Der Weg zur EM in Berlin

Zwei aufeinanderfolgende kleine Muskelfaserrisse im rechten Hamstring Ende März und Mitte April erschwerten meinen Saisonaufbau. Die Trainingslager in der Türkei bewältigte ich grösstenteils im alternativen Bereich d.h. Wasser-, Velo- und Krafttraining. Einige Trainings auf dem Track waren möglich, Hürdentrainings standen jedoch nie auf dem Plan. Nach den ersten Wettkämpfen, die mehr als Trainingsreize auf Wettkampfbasis absolviert wurden, ging es dann wieder in einen Trainingsblock. Nun wurden auch Hürdentrainings vermehrt eingebaut und so gewann ich mit jeder Woche etwas mehr Vertrauen. Bald schon standen erneute Wettkämpfe, unter anderem das Vorprogramm von Athletissima, Spitzenleichtathletik Luzern und die Schweizer-Meisterschaften in Zofingen an. In Luzern lief ich mit 51.03 s den von Swiss Athletics angesetzten Bestätigungswert (51.20 s) für die Europameisterschaften in Berlin. An der SM konnte ich mir über 400 m Hürden meinen ersten Titel bei den Aktiven sichern. Mit dem Rennen war ich jedoch nur bedingt zufrieden, da ich noch immer nicht den gewünschten Rhythmus laufen und entsprechend das Rennen mit einer Endzeit von 51.35 s nicht wie erhofft gestalten konnte.

Nach der SM stand ein zweiwöchiger Trainingsblock an. Der Fokus war erneut an den Hürden zu arbeiten. Rhythmus, Stabilität, Sicherheit. Es war ein wichtiger und erfolgreicher Block, den ich nun abgeschlossen habe. Am Montagabend, 30. Juni gab Swiss Athletics die für die vom 6. - 12. August stattfindenden Europameisterschaften in Berlin selektionierten Athleten bekannt. Ich habe die Ehre die Schweiz über 400 m Hürden und in der 4x400 m Staffel zu vertreten.

Über die bevorstehende Herausforderung freue ich mich sehr, fühle mich bereit diese in Angriff zu nehmen und die Chance die erarbeiteten Mosaikteilchen zusammenzufügen.

Foto: Ulf Schiller